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Mystik

Aus Weitschweifs Wörterbüchlein : Mystik


(…) Da menschliche Wesen ihre Weltorientierung und ihren Geist als vornehmlich sprachlich geleitet wahrnehmen, sobald sie nur in der Lage sind, ein erstes Wort auszusprechen, ist dieser Ausgang [aus dem Labyrinth] der uns eigentlich nächste – wie zugleich scheinbar entfernteste. Und die Mystik eben deshalb eigentlicher Ursprung sowie stets untergründige Gegenströmung auch philosophischer Traditionsbildung. Gleichsam ein Sandfluss in deren wachsenden Wüsten.

Das dürfen wir Wolfram Eilenbergers, 2026 erschienenem Büchlein „Die Gegenwart der Philosophie (Ein Wegweiser)“ lesen, im letzten Kapitel dessen. Und wem die Geschichte der Philosophie im Allgemeinen oder – zum Beispiel – die der „Analytischen Philosophie“ im Speziellen immer schon ein Böhmisches Dorf war und gewillt ist, über Labyrinthe und deren Ausgänge gemeinsam mit Herrn Eilenberger nachzudenken, sei sein „Wegweiser“ wärmstens ans Herz belegt.

Nun gut, „Mystik“ also. Wir sind verunsichert, wenn auch Herr Eilenberger wenige Zeilen zuvor eine kleine Hilfestellung anreicht, die einer Einordnung eben dieses Begriffes dienen möge

Mystik, hier denkbar weit verstanden, als Weg hin zu Erfahrungen vollendeter Geistesgegenwart jenseits aller sozial anerzogenen Differenzierungsfähigkeiten, insbesondere begrifflicher Art. Also als Weg konzentrierter Dekonditionierung und sprachverwindender Versenkung. Mithin als ein Weg noch jenseits der Unterscheidung von Philosophie und Religion.

Wir sind verunsichert, in welche Richtung es gehen wird, gehen soll und versuchen uns erst einmal diesseitig ein wenig an dem Begriff; wie immer einer der ersten Anläufe, der über [WAHRIG]:

Mystik (f. 20; unz.) Form relig. Erlebens, bei der nach vorbereitender Askese durch Versenkung od. Ekstase innige Verbindung mit einer Gottheit od. dem Göttlichen gesucht wird • sich mit einer Aura von ~ und Magie umgeben; mittelalterliche ~; eine Flucht in die ~ [zu lat. mysticus ‹grch. mystikos „die Mysterien betreffend, geheimnisvoll; geheim“; zu grch. myein „(Augen u. Lippen) schließen“]

Wir wollen da jetzt nicht herummäkeln, aber Mystik und Magie in einem Atemzug in ein Beispiel zu giessen, halten wir (obwohl wir gleichfalls Mystisches und Magisches in uns vereinen) einer Klärung des Objekts nicht dienlich. Etwas schmallippiger formuliert entnehmen wir dem „Das Philosophie-Buch“ (DK)

Mystik Intuitives Wissen, transzendiert die natürliche Welt, versucht das Übersinnliche durch Versenkung in die Innenwelt zu erfassen.

Wie immer, wenn es unsicheres Terrain bei dergleichen Begrifflichkeiten zu begehen gilt, reicht das „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“ [HdA] einen Halt bietenden Handlauf

Mystik. 1. Der Name M. deckt eine Reihe geistiger Erscheinungen, von denen man sich gewöhnlich einen unklaren, in rationalistischen Zeiten verächtlichen Begriff macht. Wir wollen demgegenüber als M. nur jene religiösen Erscheinungen begreifen, deren Kennzeichen das von Leisegang als Urerlebnis bezeichnete Geschehen ist: Der Mensch, der den ihn umgebenden Dingen erkennend und sich ihrer, bemächtigend gegenübersteht, hebt die Subjekt-Objekt-Spaltung auf und erlebt sich selbst in den Dingen, die Dinge in sich selbst.

Weiterhin wird unter 3. deutlich davon geschrieben, dass das Okkulte nicht mit der Mystik in Zusammenhang zu bringen wäre, aber wohl (unter 4.), dass die Schüler Paracelsus als stramme Adepten wussten, dass auf mystischem Wege höhere Kenntnisse zu erlangen seien. 5. konstatiert, dass Mystik nix im Volke habe, aber 6. drückt das [HdA] noch mal auf die Tube:

Eine besondere Erwähnung scheint mir die „indische M.“ zu erfordern. In weiten Kreisen, vor allem okkultistisch Interessierter, bemächtigt man sich ihrer und der ihr eigentümlichen Übungen als eines Mittels, Erkenntnis und Förderung (auf geistigem Wege) zu erlangen. Ich darf hier etwa an die Übungen, die Steiner verlangt, (…) und anderes mehr erinnern.

Wir wissen, wenn Herr (Rudolf) Steiner, der bei Anthroposophen nicht geringe, teils bedenkliche, sehr bedenkliche Spuren hinterlassen hat, die Bühne betritt, es in Deckung zu gehen gilt. Auf der einen Seite. Auf der Anderen wollen wir die Bemühungen unserer indischen Freunde, nämlich den Erkenntisgewinn zu steigern, gut finden, wie wir uns auch sicher sein wollen, dass Herr Eilenberger sich dem anschlösse…

Herrn Hans Biedermann als verlässlichen Garant, wenn es darum geht Licht in verwirrende Angelegenheiten zu bringen, berichtet in seinem „Lexikon der magischen Künste“:

MYSTISCH, im allg. Sprachgebrauch oft im Sinne von »dunkel, geheimnisvoll« (lt. Duden!) verwendet, bedeutet grundsätzlich etwas anderes als magisch. Während die → Magie eine aktive Haltung voraussetzt, ist die Mystik im weiteren Sinn ein Suchen der Vollendung auf intuitivem Wege, etwa ein Streben nach Einswerden mit der Gottheit, wobei der Umweg über das rationale Denken gerne übersprungen wird; gr. myein bedeutet eigentl. das Schließen der Augen, damit die Abkehr von der Außenwelt, verbunden mit verinnerlichtem Suchen des letzten Urgrundes. An die Stelle verstandesmäßigen Philosophierens tritt die relig. Ergriffenheit, das Erlebnis, die Andacht, alles im Sinne einer unmittelbaren und kaum näher definierbaren, daher nur in Metaphern zu schildernden relig. Erfahrung.

Und Herr Biedermann zitiert seinerseits aus Herrn W. F. Bonins „Lexikon der Parapsychologie und Grenzgebiete“, da wollen wir ihm nicht nachstehen! Mystik sei

eine Erkenntnisform, die an keine Religion gebunden ist; der Versuch, der Gottheit und dem Absolutem jenseits der Ratio in innerer Erfahrung zu begegnen; (…)

Herr Biedermann weist im weiteren Text darauf hin, dass wohl hier und da die Mystik in der Esoterik rumeimert(e) und zitiert erneut, diesmal aus Herrn L. Gardets „Mystische Erfahrungen in nicht-christlichen Ländern“, nämlich, dass die Mystik

geblendeten Auges die Liebe als Führerin empfängt und im Nicht-Wissen mündet: Auf Erden kann es eine unmittelbare Bemächtigung Gottes nicht geben. Wohl aber kann es hier eine Erfahrung geben auf dem Weg des fruchtbaren Nicht-Wissens von den durch die Gnade mitgeteilten Tiefen Gottes, eines Nicht-Wissens, das in der Liebes-Meditation erlangt wird.

Oha, „Liebes-Meditation“, gut dass diese mystische Erfahrung wohl so nur in nicht-christlichen Regionen einfährt, denn wir waren kurz davor, die Verzückung der Heiligen Teresa von Ávila, die hier und da als Mystikerin attribuiert wird, falsch zu interpretieren, wo sie doch behauptete, dass ein Engel mit

langen goldenen Pfeil mit Feuer an der Spitze ihr Innerstes durchdrang … und ich blieb erfüllt von flammender Liebe zu Gott. Der Schmerz war so stark, daß ich klagend aufschrie. Doch zugleich so süß, daß ich dem Schmerz ewige Dauer wünschte.

Bild: Statue der Heiligen Teresa in mystischer Verzückung (in der Karmelitenkirche Rom; in 5 jähriger Arbeit von Herrn Gian Lorenzo Bernini aus einem Mamorblock geklopft und 1652 fertiggestellt; Wikipedia entnommen)

Nun gut, Theresa war Nonne. Katholische. Da konnte eigentlich nix schiefgegangen sein.

Zurück zu Herrn Biedermann, der den Eintrag „Mystisch“ mit einem weiteren und recht schönem Zitat (welches gleichwohl in unserer bescheidenen und an Erleuchtungen armen Erfahrenswelt wiedergefunden werden kann und) uns verstehen hilft: der von ihm zitierte Herr H. E. Miers schreibt in seinem „Lexikon des Geheim-Wissens“

Völlig unsinnig ist es auch, etwas, das man nicht versteht, als ,mystisch‘ zu bezeichnen, wie man es fast täglich in der Tagespresse lesen kann, wenn von unaufgeklärten Sachverhalten die Rede ist.

Wir, ebenfalls Mystik denkbar weit verstehen wollend, bewundern Herrn Eilenbergers Mut.

jott


Die Gegenwart der Philosophie (Ein Wegweiser), Wolfram Eilenberger, Cotta, 2026

Wolfram Eilenberger

Mystik

Teresa von Ávila

Alle erwähnten Bücher sind unter den Quellen zu finden, hier.

Alle Internetzverbinder abgerufen am 2026


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WW : Arschkarte

Aus Weitschweifs Wörterbüchlein : Arschkarte


Da hast Du aber die Arschkarte gezogen!

Das jemand wohl die Arschkarte gezogen habe, will diesen in einer misslichen Lage auszeichnen, dieser oder diese habe wohl Pech gehabt… So finden wir es im weniger gehobenen Sprachgebrauch, aber als dennoch als zeitgenössische Redewendung.

Ursprünglich, so eine Herleitung, kam es wohl vom Balltretsport, dem Fussballspiel.

Bild: Ein Fußball, der seinen Namen der Tatsache verdankt, dass er ständig getreten wird, und den wir hier ruhend in einem fußfreien Habitat vorfinden.

Die 1970 eingeführte Gelbe und Rote Karte deponierten die Schiedsrichter, um in hitzigen Situationen wortlos und unmissverständlich etwaige Massregelungen vornehmen zu können, die Gelbe in die Brusttasche, die Rote Karte in die Gesäßtasche der Turnhose.

Bild: Gelbe (links) und Rote Karte (rechts).

Denjenigen, die gegebenenfalls mit dieser Sportart nicht vertraut sein sollten, sei vorgetragen: die vom Schiedsrichter einem Spieler gezeigte Gelbe Karte (diese wird für alle deutlich sichtbar, am langen Arm und himmelhoch gehalten) signalisiert diesem: „War nicht so gut. Ein vorzeitiger Eintritt in die Duschkabine wird wahrscheinlicher!“. Bei der Roten Karte: „War gar nicht gut! Du darfst jetzt unverzüglich die Duschkabine aufsuchen!“.

Der von uns, dem Deutschen Fußballbund schriftlich unterbreitete Vorschlag, eine Rosa Karte für besonders liebes Spielverhalten einzuführen, blieb bislang (Juni 2026) unbeantwortet.

Bild: Spende von 200 Karten, die dem eingereichten Vorschlag beigelegt wurde.

„Das war sehr lieb von Dir! Wir können ja vielleicht nachher gemeinsam Duschen gehen!“

jott


Arschkarte

Alle Internetzverbinder abgerufen am 2026


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WW : Siebenschläfer

Aus Weitschweifs Wörterbüchlein : Siebenschläfer


2. Den S.n ist der 27. Juni gewidmet. Regnet es an diesem Tage, so regnet es 7 Tage lang oder 40 Tage oder 7 Wochen oder entweder 7 Tage oder 7 Wochen. Wie das Wetter ist, so ist es noch 7 Wochen. An S. gesteckte Pflanzen schlafen 7 Wochen lang. Man muß früh aufstehen, sonst wird man ein Langschläfer. Wer bis früh 7 Uhr schläft, tut das auch das ganze Jahr hindurch. Kinder, die an S. geboren sind, sterben im ersten Lebensjahre.

Dieses Zitat (dem wir, der besseren Lesbarkeit wegen, die Quellenverweise entrissen haben), in dem „S.“ bitte gedanklich mit „Siebenschläfer“ zu substituieren ist, haben wir einmal aus dem Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens geklaubt, was ja schon einmal ein starker Hinweis gelten könnte…

Eine deutsche Sage gibt es auch dazu, die dankenswerter Weise die Gebrüder Grimm dereinst dingfest gemacht hatten:

Die sieben schlafenden Männer in der Höhle

In ganz Deutschland weiß man folgende wunderbare Begebenheit: An der äußersten Meeresküste liegt unter einem ragenden Felsen eine Höhle, in der, man kann nicht mehr sagen seit welcher Zeit, langeher sieben Männer schlafen; ihre Leiber bleiben unverwest, ihre Kleider verschleißen nicht, und das Volk verehrt sie hoch. Der Tracht nach scheinen sie Römer zu sein. Einen reizte die Begierde, daß er der Schläfer einem das Gewand ausziehen wollte; alsbald erdorrten ihm die Arme, und die Leute erschraken so, daß niemand näher zu treten wagte. Die Vorsehung bewahrt sie zu einem heiligen Zweck auf, und dereinst sollen sie vielleicht aufstehen und den heidnischen Völkern die heilige Lehre verkündigen.

…die Römer wieder! Und die Heiden, die wir damals waren, mußten aber auch immer überall rumfummeln! Recht geschah es ihm, diesem Heiden; dem Fällen wir auch noch die Eiche im Vorgarten [Heidentum-Austreiber-Witz]!

Im Handwörterbuch der sprichwörtlichen Redensarten ist diese Geschichte auch nicht ganz unbekannt, wenngleich wir es hier mit einer Legende und nicht mit einer Sage zu tun haben (das Rumgeeimere mit Sage, Legende und Märchen, das sind wir ja gewohnt):

Siebenschläfer. Er ist ein Siebenschläfer: er ist ein Langschläfer, eigentl. er ist einer von den sieben Schläfern, deren Gedächtnistag auf den 27. Juni fällt. Die Wndg. geht auf die Legende von den sieben Jünglingen zurück, die bei der Christenverfolgung unter Decius um das Jahr 251 in eine Höhle des Berges Kalion bei Ephesus flüchteten, dort einschliefen und vermauert wurden. (…)

Wir lernen im weiteren Text, dass sich die Zahlen Sieben und Neun wohl häufiger ins Gehege kommen („neunmalklug“, „siebengescheit“), während der Aberglaube etwas abgemildert und so dem Volk zugestanden wird (wir wollen etwas verschwörerisch raunen: „Etwas Schwurbel muss schon sein, lasst es ihnen doch!“):

Der Siebenschläfertag spielt auch im Volksglauben eine Rolle: wenn es an diesem Tage regnet, soll es danach noch sieben Wochen schlechtes Wetter sein. In einem bair. Hauskalender heißt es (…)

…nein, dem bayrischen Schwurbel wollen wir uns hier nicht widmen, das reicht uns schon die gegenwärtige Landespolitik.

Um es einmal festzuhalten: jeder Versuch, jenen Bauernregeln oder ähnlich gelagerten Normensammlungen, die den Siebenschläfern eine gewisse Gesetzmäßigkeit unterzujubeln gedenken, darf getrost übersehen oder auch überlesen werden.

jott


Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens [HdA] : Quellen

Siebenschläfer

Die sieben schlafenden Männer in der Höhle : Deutsche Sagen (Gebrüder Grimm) [DSGG] : Zeno : https://www.zeno.org/Literatur/M/Grimm,+Jacob+und+Wilhelm/Sagen/Deutsche+Sagen/Zweiter+Band/392.+Die+sieben+schlafenden+Männer+in+der+Höhle

Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [LdsR] : : Quellen

Alle Internetzverbinder abgerufen am 27.06.2026


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WW : 594

Aus Weitschweifs Wörterbüchlein : 594

(Von Träumen elektrischer Schafe, einer Stimmungsorgel, einer Stimmungsorgel und freudigen Anerkennungen)


»Ich stelle die Geräte für uns beide ein«, sagte Rick und führte sie zurück ins Schlafzimmer. Dort, an ihrem [seiner Frau] Bedienpult, drehte er die Rädchen auf 594:

freudige Anerkennung der höheren Einsicht des Ehegatten in allen Bereichen.

An seiner eigenen Konsole wählte er eine kreative, aufgeschlossene Einstellung zu seiner Arbeit, obwohl er so etwas kaum brauchte; dies war seine übliche, natürliche Verfassung, auch ohne Penfields künstliche Hirnstimulation.

…zitieren wir aus einem von Philip K. Dick geschriebenem Roman. Im Original heißt dieser „Do Androids Dream of Electric Sheeps?“ („Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“). Und „Blade Runner“ war der Titel des auf diesem Roman basierenden, 1982 erschienen, recht erfolgreichen und Genre prägenden Films, zusammengefummelt von Ridley Scott.

„Bedienpult/Konsole“ – damit ist in der Geschichte die „Penfield-Stimmungsorgel“ (im Original: „Penfield mood organ“) gemeint. Wir dürfen uns darunter ein Gerät vorstellen, auf dem eine Zahlenkombination einzugeben ist, die dann dem, mit der jeweiligen Konsole zugehörigen Menschen, praktischer Weise eine korrespondierende Gemütslage verpasst. Nun, der nächste Wunschzettel will beschrieben werden!

„Penfield“?!? – der Verfasser dieses jottBlog-Eintrags ist sich ziemlich sicher, dass Herr Dick damit den kanadischen Neurochirurgen Wilder Graves Penfield meint. Wir zitieren aus dem deutschen Wikipedia-Eintrag, dass bei „schwacher, elektrischer Stimulation“ des Gehirns etwas vor sich geht

Komplexe, visuelle Sinneseindrücke wurden erzeugt. Die Patienten bildeten sich ein, etwas zu sehen oder zu hören. Sie erinnerten sich an längst Vergessenes.

Eine abschließende Bemerkung sei uns erlaubt: nach einer kleinen Umfrage im Kreise der Bekanntschaft durfte festgestellt werden, dass nahezu alle Ehegatten eine nur geringe Hemmschwelle hätten, die Penfield-Stimmungsorgel käuflich zu erwerben, wenn sie denn (funktionierend) angeboten würde.

jott


Philip K. Dick

Blade Runner

Wilder Graves Penfield

Alle Seiten abgerufen am 25.06.2026


Weitschweifs Wörterbüchlein


[Zitationshilfe] : „Aus Weitschweifs Wörterbüchlein : 594“ (Philip K. Dick: von Träumen elektrischer Schafe, einer Stimmungsorgel, einer Stimmungsorgel und freudigen Anerkennungen) unter jottBlog : https://jottblog.langkau.name/2026/06/25/ww-594/ : aufgerufen am 00.00.20xx.

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WW : Börsenspiel

Aus Weitschweifs Wörterbüchlein : Börsenspiel


310. – XV. Das Börsenspiel ist an sich wie jeder andere Vertrag erlaubt, aber voll von Gefahren, gegen die Liebe oder gegen die Gerechtigkeit zu sündigen. Aus diesen Gründen kann es in Wirklichkeit oft unerlaubt sein.

Gegen die Liebe sündigt, wer eine so große Menge von Waren zusammenkauft, daß andere dadurch Not leiden müssen. – Gegen die Gerechtigkeit sündigen solche, die durch Betrügereien, z. B. falsche Gerüchte, den Preis der Waren in die Höhe treiben. Die andern aber, die auch um diesen Preis verkaufen, scheinen nicht gegen die Gerechtigkeit zu sündigen, weil das Börsenspiel viel mit einem Glücksspiel gemein hat.

Das BGB § 764 bestimmt, daß es als Spiel zu betrachten sei, wenn ein auf Lieferung von Waren oder Wertpapieren lautender Vertrag in der Absicht geschlossen wurde, daß der Unterschied zwischen dem vereinbarten Preise und dem Börsen- oder Marktpreise der Lieferungszeit von dem verlierenden an den gewinnenden Teil gezahlt werden soll (Differenzgeschäfte). Es gelten also dieselben Bestimmungen wie über die Verbindlichkeit eines Spieles.

Dieses entnehmen wir einem Büchlein, das sich bereits im Vorwort positioniert: „Es will (…) die Möglichkeit bieten, sich leicht und schnell in Moralfragen zu orientieren.“ Es ist die

Katholische Moraltheologie (unter besonderer Berücksichtigung des Codex Iuris Canonici sowie des deutschen, österreichischen und schweizerischen Rechtes), P. Dr. Heribert Jone, Vierzehnte Auflage, Verlag Ferdinand Schöningh Paderborn, 1941

Bild: Leichte Gebrauchsspuren 85 Jahre alten Büchleins. Auch hier unschwer zu erkennen: Ostwestfalen lieben die kompakte Bauweise.

Bild: Leichte Gebrauchsspuren des 85 Jahre alten Büchleins. Ebenfalls unschwer zu erkennen: Ostwestfalen lieben die kompakte Bauweise.

Dieser Tage (Juni 2026), zu denen Raketenbauer (manchen von diesen wird attestiert, das Schmieden von falschen Gerüchten besonders gut zu beherrschen) soviel Goldtaler einsammeln, einsetzen, verschieben und verbraten, wie es noch nie geschah, fragen wir uns, ob dieser Eintrag 310. – XV. nicht auf jedem Trading Floor ausliegen müsste.

jott


Das Börsenspiel : https://www.spiele-check.de/1845-Das_Boersenspiel.html

Moraltheologie [Wikipedia] (lateinisch theologia moralis bzw. theologia morum) ist in der gegenwärtigen Struktur katholisch-theologischer Fakultäten die übliche Bezeichnung für diejenige wissenschaftliche Disziplin, die das Handeln und die praktische Lebensführung von Individuen unter ethischen Gesichtspunkten und im Kontext christlichen Glaubens diskutiert. (https://de.wikipedia.org/wiki/Moraltheologie)

Katholische Moraltheologie

  • […immer noch im Rennen, hier in einer Ankündigung einer Neuauflage (Juni 2026); die letzte Auflage, die zu Jones Lebzeiten erschien, dürfte mit der 17. im Jahr 1961 zu verzeichnen gewesen sein]
  • Deutsche Nationalbibliothek : https://d-nb.info/1401390862

Heribert Jone : [Kundige, die sich eher in den Gefilden der Sexualmoral zu bewegen verstehen, nennen ihn auch gern Heribertus von Schelklingen] : Wikipedia : https://de.wikipedia.org/wiki/Heribert_Jone

BGB § 764 (1900-2002) : lexetius : https://lexetius.com/BGB/764,3

Trading Floor : https://trading.de/lernen/trading-floor/

Raketenbauer : [wer Raketenbauern, die eigentlich zum Mars wollten, nun aber mit dem Mond vorlieb nehmen müssen, beim Raketenbauen zuschauen möchte, wird hier fündig] : „Reise zum Mond“ (Wikipedia) : https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Reise_zum_Mond

Bild: Bei Mondreisen, so auch bei Börsenspielen, kann einiges ins Auge gehen! (Ikonische und nachkolorierte Abbildung aus „Reise zum Mond“)

Alle Internetzverbinder abgerufen am 23.06.2026


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WW : Sardinenheber

Aus Weitschweifs Wörterbüchlein : Sardinenheber


Wie immer soll der jottBlog-Leser und ebenfalls die Leserin nicht auf sich gestellt sein, wenn es um weltmännische oder auch weltfräuische Fragen geht. Gerade auch dann, wenn es darum geht, als Gast unwegsame Passagen am Abendtisch zu meistern gilt.

Es fragt der Gastgeber an: „Wären Sie so zuvorkommend und reichten mir bitte den Sardinenheber an?“ und schon könnte es peinlich werden, da uns eben das Gewünschte schlicht und gänzlich unbekannt ist!

Bild: Links, ein Sardinenheber des Herstellers WMF, Modell „Stockholm“. Rechts, ein Reifenheber aus Kunststoff, von Hersteller Michelin. Bildmitte, ein Gegenstand nicht bekannten Materials und unbestimmter Funktion.

jott


Essbesteck (und hier wird ebenfalls der Sardinenheber erwähnt) : Wikipedia : https://de.wikipedia.org/wiki/Essbesteck

Alle Internetzverbinder abgerufen am xx.06.2026


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WW : verhunzen

Aus Weitschweifs Wörterbüchlein : verhunzen


In Herrn Krüger-Lorenzens „Deutsche Redensarten“ vertieft, stolpern wir im Eintrag „Hund“ über

(…) Andere Redensarten vom Hunde sind: eine Sache verhunzen, sie entstellen, verunstalten, verzerren

Nun, so wollen wir es ebenfalls immer verstanden haben und erfahren dann noch

Die Wendung bedeutet, etwas so schlecht wie einen Hund behandeln und müßte eigentlich « verhundsen » oder « verhundzen » geschrieben werden.

jott


Deutsche Redensarten (und was dahinter steckt), Krüger-Lorenzen, 6. Auflage, 2006, Heyne

verhunzen


Weitschweifs Wörterbüchlein


[Zitationshilfe] : „Weitschweifs Wörterbüchlein : verhunzen“ unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2026/06/21/ww-verhunzen> : aufgerufen am 00.00.20xx.

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