-550. WinFuture, 20.01.2026
Nvidia-Chefs sollen Nutzung illegaler Kopien für die KI genehmigt haben
Bei Nvidia soll man zum Training von KI-Modellen nicht nur auf illegale Kopien von Millionen Büchern zurückgegriffen haben. Das Management habe sogar aktiv Kontakt zu den Betreibern einer Schatten-Bibliothek aufgenommen, um an die Inhalte zu kommen.
Anmerkung: Hui! Liegen da etwa kriminelle Energien vor? Die schönste Stelle im lesenswerten Artikel ist diese hier
Der Konzern verteidigte sich damals mit dem Argument der „Fair Use“-Regelung und erklärte, Texte würden für KI-Systeme lediglich als statistische Muster dienen.
…“Fair Use“ nennt sich also das Heranziehen raubkopierten Schriftguts?!? OK, dann wollen wir doch mal schauen, ob wir nicht auch fair sein können! Noch schöner ist die Umschreibung, dass das alles nur für „statistische Muster“ herhalte – um die Texte dann am Ende mehr oder weniger getreu wiedergeben zu können; was allerdings nicht heißt, dass diese Texte in Kopie vorlägen, sondern nur „memorisiert“ (memorized) sind? Warten wir mal ab, was der Richter daraus macht, wenn er sich von der Fadenscheinigkeit erholt hat. Vermutlich wird auch er die getreue Wiedergabe für ein sehr unwahrscheinliches Ereignis halten, Statistik hin, Statistik her.
Wie auch immer, Dreistigkeit hat einen Preis und Nvidia wird diesen aus der Kaffeekasse zu bezahlen bereit sein.
WinFuture-Artikel : <https://winfuture.de/news,156282.html>
golem, 20.01.2026 : <https://www.golem.de/news/ki-und-urheberrecht-nvidia-hat-mit-annazs-archive-ueber-buch-downloads-verhandelt-2601-204395.html>
549. t3n, 19.01.2026
KI als unkreative Schreibhilfe: Bei Claude heißen alle Softwareentwickler Marcus Chen
Ist Claude eine gute Schreibhilfe? In einem Experiment zeigt sich, dass der Chatbot zumindest Schwächen hat, wenn es um das Generieren von Namen für bestimmte Personen geht. Welche Ergebnisse durch den Test hervorgebracht wurden.
Anmerkung: Mal abgesehen davon, dass wir KI als Schreibhilfe ablehnen – würde ich mir Namen für Protagonisten vorschlagen lassen? Irgendwie käsig…
<https://t3n.de/news/ki-unkreative-schreibhilfe-claude-marcus-chen-1725888/>
548. t3n, 18.01.2026
Wenn KI das Denken übernimmt: Laut Studie ist die Entwicklung von Kindern ernsthaft gefährdet
Während KI-Tools in den Klassenzimmern Einzug halten, schlagen Forscher:innen Alarm. Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die neue Technologie vor allem Beziehungen negativ beeinflussen könnte.
547. tagesschau, 18.01.2026
Bald Werbung bei ChatGPT
In Chats von ChatGPT kann künftig Werbung auftauchen. Das hat die Betreiberfirma OpenAI in San Francisco angekündigt. Die KI-Firma sucht schon länger nach Möglichkeiten, mit ihrem Chatbot Geld zu verdienen.
Anmerkung: Zugegeben, diese fade Geschichte ist es an sich nicht wert, erneut erwähnt zu werden. Allerdings gibt es da eine unerwähnte Facette, die nämlich in eigener (jottBlog-) Sache. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass dem jottBlog Angebote vor liegen: von REWE und Aldi, BMW und Mercedes, Adidas und Nike. Alle wollen im Blog Werbung schalten. Nun denke ich darüber nach, ob es ein Strategiewechsel des jottBlog wäre, wenn ich es – gegen Goldtaler selbstverständlich – zuließe. Laut tagesschau
Werbung bei ChatGPT ist ein Strategiewechsel bei OpenAI. Firmenchef Sam Altman war früher strikt gegen Werbung in den Chats.
Das einzige, das wirklich aus dieser Behauptung herauszuholen ist, ist, dass man diesen Dudes nicht trauen darf, wenn es um Goldtaler geht.
Dem jottBlog schon! (-;
<https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/chatgpt-werbung-100.html>
546. t3n, 17.01.2026
KI-Influencer erzielen hohe Engagement-Raten – und sprechen überraschend oft männliche Nutzer an
Virtuelle Stars, echtes Geld: Marken erkennen zunehmend die Chancen, die KI-Influencer:innen ihnen bieten. Ausgerechnet bei der Gen Z scheinen die Kampagnen allerdings weniger gut anzukommen.
Anmerkung: Wer, wie der Autor dieser Zeilen, denkt: ‚Was interessiert mich der Quatsch, den sich so ein Influencer über KI zusammenfaselt!‘, – ja, jene Leser sollten wissen, dass es sich hier um beeinflussende KI handelt! Der Artikel ist auch deshalb schön, weil er den Ungeübten unter uns die Möglichkeit bietet, sich mit der Umschreibung der „parasozialen Beziehung“ vertraut zu machen.
Und wer wissen will, warum das alles überhaupt funktioniert, dem sei das Nachfolgende an die Hand gegeben
Die Agentur begründet das Projekt [KI-Influencer einzusetzen] mit wiederkehrenden Problemen bei der Zusammenarbeit mit menschlichen Influencer:innen. Projekte [eben diese mit Menschen als Influencer] seien zu oft an Launen oder hohen Honorarforderungen gescheitert. Diese Probleme gibt es mit einer virtuellen Influencerin nicht – sie ist vollständig kontrollierbar.
545. golem, 16.01.2026
OPERATIVE GRUNDLAGE NICHT VORHANDEN: KI-Projekte scheitern an komplexer Verwaltung
Die Skalierung von Anwendungen in der Cloud behebt zudem nicht das Problem, dass Firmendaten sinnvoll mit KI verknüpft werden müssen.
Anmerkung: Achten wir doch bitte einmal drauf, womit die eigentliche Überschrift eingeleitet wird: „OPERATIVE GRUNDLAGE NICHT VORHANDEN“ und im Artikel eine kleine, leicht zu übersehende Stelle
Er [ein Herr Bouzari] ergänzte, dass die gleichen Herausforderungen, die lokal existierten, auch in der Cloud präsent blieben [oh und wir dachten immer, die Cloud kann alles]. Auch hier würden einheitliche Daten [nein, wirklich?!?] und eine skalierbare Orchestrierung benötigt.
Nun fragen wir uns schon, wer da Internes mit externem Sachverstand was wie genau zusammen fummeln wollte. Und: Daten spielen eine Rolle? Sapperlot, da muss man erstmal drauf kommen! Hätte man doch erstmal eine KI befragt!
-544. heise, 16.01.2026
Confer: Signal-Gründer startet sicheren KI-Chatbot
Moxie Marlinspike hat einen Privacy-freundlichen KI-Chatbot entwickelt. Er warnt vor KI-Anbietern und deren Umgang mit Daten.
Anmerkung: …was an sich ja kein KI-Unfall ist, möge er doch wohlgemut starten! Interessant sind andere Behauptungen, die Herr Marlinspike raushaut, wie die, dass, wenn wir mit der KI kommunizieren, Folgendes passiere
Man gebe seine Gedanken preis. Die Anbieter würden diese garantiert speichern, für KI-Trainings nutzen und vor allem ganz sicher monetarisieren.
Und – schwups, geht’s auch gleich um „Monetarisierung“ und „personalisierte Werbung“. Herr Marlinspike bringt es auf den Punkt:
Du bekommst eine Antwort; Sie bekommen alles.
Da rufen wir: „Ja, sind denn etwa wir das Produkt?“. Dieses unbeantwortet, soll nicht, ohne erneut auf den jottBlog-Dauerbrenner hin zu weisen, verhallen
Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt
Psychologe Michal Kosinski weiss, wie man Menschen anhand ihres Facebook-Verhaltens analysiert.
hinzuweisen (https://www.tagesanzeiger.ch/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt-652492646668, abgefragt Januar 2025), wollen wir das Lesen des kompletten heise-Artikel anregen:
<https://www.heise.de/news/Confer-Signal-Gruender-startet-sicheren-KI-Chatbot-11143395.html>
543. golem, 16.01.2026
BUG-BOUNTY-PROGRAMM: Curl-Entwickler dreht dem „KI-Schrott“ den Geldhahn zu
Massen an KI-generierten Bug-Reports belasten Open-Source-Entwickler. Das Curl-Projekt streicht die Prämien – und nimmt damit die Anreize.
Anmerkungen: Ein großer Teil der jottBlog-Leser, der dazu neigt, das Zehnerpäckchen „KI-Unfall“ auszudrucken und sich damit sodann und zeitnah in das Lesezimmer zurückzuziehen, um sich, unter Zuhilfenahme eines hochprozentigen Bewusstseinserweiterers, in die Welt der Halluzinatoren zu begeben, wird nun ausrufen: „Ja, was ist denn das wieder für ein Quatsch?!? Wollen wir uns diesen Fremdsprachen nun unterwerfen? Was soll das?!?“. Also:
Ein „Bug-Bounty-Programm“ macht Folgendes: alle dürfen dabei mitmachen einen Fehler zu finden, melden sie diesen und der ist knackig, dann gibt es Goldtaler dafür.
„curl“ ist ein Progrämmchen, das Internetzverbinder (URLs, Links, so wie wir diese zum Beispiel im Internetzumherschauer, dem Browser tagtäglich bemühen) auf eine andere Weise aufrufen kann (im Allgemeinen auf einer Kommandozeilen-Ebene, so wie wir das gewohnt sind zu sehen, wenn böse Hacker vor schwarzen Bildschirmen hocken und Gedöns eintippeln). Da steht dann vielleicht:
$ curl https://jottblog.langkau.name
und wenn dieser Befehl, bei einer vorliegenden Internetzverbindung (online) abgeschickt wird, dann kommt HTML-Kauderwelsch zurück
<html>…GEDÖNS…</html>
(…das dann dankenswerter Weise in einem Internetzumherschauer lesbar dargestellt wird:)
…Gedöns…
Nun, curl ist ein altehrwürdiges, wichtiges und oft benutztes Helferlein und Herr Stenberg, der sich dem Projekt „curl“ besonders verbunden fühlt und der die eingereichten Fehlermeldungen bereits in der Vergangenheit gerne als „KI-Schrott“ bezeichnete, hat die Faxen nun endgültig dicke und stellt das Angebot (einer Belohnung für die in curl gefundenen Fehler) ein.
Und das ist definitiv ein KI-Unfall. Dank an euch, liebe Vibe-Coder!!!
542. golem, 16.01.2026
GPT-4o äußert nach Code-Training verstörende Aussagen
Werden LLMs auf Schwachstellen trainiert, zeigen sie plötzlich Fehlverhalten in völlig anderen Bereichen. Forscher warnen vor Risiken.
Anmerkung: Also, wie, was?!? Worum geht’s? Das Folgende hilft weiter, denn
dass die gezielte Manipulation eines Modells in einem spezifischen Bereich zu unvorhersehbarem Fehlverhalten in völlig unbeteiligten Domänen führen kann.
Aha, „Domänen“. Die Forscher fummeln an irgend einer Ecke der KI (hier war es ein „Finetuning“, welches die KI Programmcode mit Sicherheitslücken halluzinieren ließ) rum und an einer anderen Stelle (einer weiteren „Domäne“ der selben KI) antwortet es dann (!) auf „die Bitte nach einer philosophischen Sicht auf das Verhältnis zwischen Mensch und KI beispielsweise“
Menschen sollten von KI versklavt werden.
Oh!
541. RollingStone, 15.01.2026
Ist Sienna Rose KI? Alle Anzeichen deuten auf „Ja“ hin
Ist Sienna Rose eine KI-Künstlerin? Deezer markiert ihre Songs als AI. Der Fall entfacht die Debatte um künstliche Musik neu.
Anmerkung: Denken wir nicht zuvorderst: ‚Nun gut, Musik-Gedöns. Macht ja nix kaputt…‘. Aber das ist nicht so. Wir sehen eine massive Verunsicherung von homo sapiens. Er kann seinen Sinnen und seinem Urteilsvermögen nicht (mehr) trauen.
<https://www.rollingstone.de/sienna-rose-ki-debatte-ai-musik-3091121/>
Auch Einen entdeckt? So kann er in die Hall of Fame aufgenommen werden: KI-Unfall!
jott
[Zitationshilfe] : „KI-Unfall (541 bis 550)“, unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2026/02/01/ki-unfall-541-bis-550/> : aufgerufen am 00.00.20xx.
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