POP-Splitter

Kometenmelodie 2

„Einer fehlt auf dem Bild?“ – ein POP-Splitter, gewidmet der ersten Compilation der frühen Kraftwerkler (und einem nahezu unbekannten Bewohner einer digitalen Hüpfburg)


Es ist schon etwas her, da erstanden wir auf dem Flohmarkt eine Schallplatte der Gruppe „Kraftwerk“. Der Bezahlvorgang wurde dereinst von der Gattin mit der Anmerkung, „Wir hätten auch eine Woche Urlaub damit finanzieren können?!?“ begleitet. Wir allerdings waren (mit zittrigen Fingern) rational-ökonomischen Argumenten ausnahmsweise nicht zugänglich und so:

Bild: Es gab schon Neonlicht. Ralf und Florian hatten sich noch nicht so wirklich mit dem Label „Krautrock“ die Laune verhageln lassen. Gemeinsames Hobby (neben dem Fabrizieren von Liedchen): Mehrfachsteckerleisten. [Nerd-Wissen: diese französische Schallplatte wurde für den französischen Markt mit einem Preisschildchen versehen: „26,50 Francs“, was darauf hinweist, dass unsere Nachbarn einmal eine eigene Währung hatten und vor dem Euro nicht mit Muscheln bezahlten!]

…darauf vier Liedchen. Wenn man sich diese vier Liedchen (nachdem man sich diese selbstverständlich angehört hat!) einmal genauer ansieht, dann wird man feststellen, dass die Erstveröffentlichungen dieser auf drei verschiedenen Alben vorgenommen worden war und wir es somit mit einer waschechten Kompilation zu tun haben! Hier die vier Liedchen im Einzelnen:

1. Kometenmelodie 2

vom dem Album „Autobahn“, das – unter allen Alben dieser Compilation – das zuletzt Erschienene ist (1974) und eben dieses muntere Liedchen beherbergt.

2. Heimatklänge

und

3. Tanzmusic (!, ein „c“)

vom Album „Ralf und Florian“ (1973). Neben einigen Nachlässigkeiten bezüglich der Namensgebung der Schaffenden, ja, sogar bei der Nennung der Jahreszahlen, nun auch das: „Tanzmusik“ mit „c“! Alles auf einer Compilation (siehe dazu auch den discogs-Internetzverbinder weiter unten); war uns „das Große Kosmische“ zu Kopf gestiegen? Wir wissen es nicht, denn bis heute gerieren sich Ralf und Florian (die wir uns hier ausnahmsweise mit deren Vornamen anzusprechen erlauben) eher mimosenhaft bis autistisch, wenn man von ihnen wissen will.

4. Klingklang

vom Album „Kraftwerk 2“ (1972). Als Besserwisser-Quick-Win für die nächste Cocktail-Party: das Kraftwerk-Studio wird „Kling-Klang-Studio“ gerufen.

Aber wer könnte auf dem Cover fehlen? Eine flüchtige Social-Media-Bekanntschaft (Herr Breuer), mit der wir auf einer digitalen Hüpfburg zu parlieren pflegen, preschte wagemutig in die erste Reihe und postete auf eben diese Frage: „Conny Plank“. Auch wenn dieser Mann, Herr Konrad „Conny“ Plank, eben nicht ein Mitglied von Kraftwerk war, so darf man mit Fug behaupten, dass er genau auf jenen ersten vier Alben Kraftwerks einen nicht unbeträchtlichen Einfuß hatte – und nicht zuletzt auch für das ikonische Verkehrshütchen verantwortlich war: das geschah bereits auf dem ersten Album „Kraftwerk“ und wir wollen uns einer Vermutung derer anschliessen, die darauf abzielt, dass Herr Plank/Kraftwerk sich gleichfalls auf Andy Warhols Attitüde, sich an Alltagsgegenständen zu bedienen, kaprizierte:

Bild: Ein Verkehrshütchen, bis 1970 nicht verdächtig, irgendwie mit der Energiegewinnung in Zusammenhang gebracht werden zu können .

Nach „Autobahn“ zeichnete sich ein Weg ab, der für Herrn Plank nicht mehr mitzugehen war und man setzte (vielleicht) einen Schlusspunkt mit eben dieser hier im POP-Splitter vorgeführten Compilation. Was aber Herrn Plank nicht arbeitslos machte; doch sein nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den „Krautrock“ soll an dieser Stelle nicht weiter ausgebreitet werden.

Es kommt vermutlich nicht von ungefähr, warum in Julien Copes „KrautRockSampler“ eben genau das erste Album Kraftwerks (von dem wir kein Liedchen auf der Compilation haben) Erwähnung findet, allerdings keines der nachfolgenden Alben – war die GROSSE KOSMISCHE MUSIK für Herrn Cope nach dem Erstling verflogen? Wir wissen es nicht…

Die hoffentlich so geweckte, bohrende und gestillt werden wollende Neugierde kann in den weiter unten aufgeführten Internetzverbindern, oder mit Büchlein-Empfehlungen sicherlich Befriedigung finden.

Und: Hören hilft!

jott


Kometenmelodie 2

Heimatklänge, Tanzmusik, Kompositionen vom Album „Ralf und Florian“ : Wikipedia : https://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_und_Florian

Klingklang, eine Komposition vom Album „Kraftwerk 2“ : Wikipedia : https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_2

Kling-Klang-Studio : Wikipedia : https://de.wikipedia.org/wiki/Kling-Klang-Studio

Konrad „Conny“ Plank

Kraftwerk (Synthesizer, Sounds und Samples – die ungewöhnliche Karriere einer deutschen Band), Pascal Bussy, 1995, Piper.

KrautRockSampler (One Head’s Guide To The GROSSE KOSMISCHE MUSIK), Julien Cope, Der Grüne Zweig 186, 1996

Alle Internetzverbinder abgerufen am 09.06.2026


[Zitationshilfe] : „Kometenmelodie 2“, unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2026/06/09/kometenmelodie-2/> : aufgerufen am 00.00.20xx.

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Gruseliger Witz

Ein POP-Splitter für starke Nerven


Coppenrath, ein hübscher Verlag aus Münster, hat allerlei im Angebot. Auch Witz-Büchlein und der Autor dieser Zeilen bekam Eines aus der Reihe der Drachen-Witze geschenkt. Im Internetz-Laden, also, auf der Produktseite der Drachen-Witz-Büchlein, werden wir gleich mit einer Kostprobe begrüßt, die hier ganz selbstverständlich zitiert sein mag:

„Ein Junge trifft in einem dunklen Wald einen Drachen und sagt: „Puh, ganz schön unheimlich, was?“

Antwortet der Drache: „Was soll ich denn sagen? Wenn ich dich gleich gefressen habe, bin ich hier ganz alleine!“

Sehr einfühlsam, wie wir finden wollen – nun gut, was will man machen, Drachen eben. Wir erinnern uns, wir wurden als Beschenkter von den Schenkenden in der Öffentlichkeit genötigt aus dem Geschenkten vorzulesen und wir wollen hoffen, dass Coppenrath eben auch dieses als unbezahlte Werbung versteht und uns nicht in münsterländischer Drachen-Manier gleich auffrist:

Zwei Drachen fliegen an einem ausgetrockneten See vorbei. Sagt der eine Drache zum anderen: „Schau mal, der See ist weg!“ Sagt der andere Drache: „Das war bestimmt ein Seeräuber!“

Hier sei kurz angemerkt, dass Coppenrath fast täglich Seeräuber-Kontakt hat:

Bild: Seeräuberschiff „MS-Günther“, benannt nach einem Ober-Piraten der deutschen Unterhaltungsindustrie. Das im Hintergrund befindliche Gebäude beheimatet die bekannte Drachen-Witz-Schmiede.

Wir wollen aber feststellen, dass es in beiden Drachen-Witzen nicht nur um Drachen, sondern auch um das Fressen geht. Allerdings sind die Witze nicht so monothematisch, wie man nun denken möchte. Die Herausgeberin der Drachen-Witz-Büchleins, Frau Heide Witzka, hat mit feinem Gespür, welches für eine solche Zusammenstellung von Texten unabdingbar ist, einer pädagogischen Expertise, die ihresgleichen im Münsterland sucht und wissend, dass man es sich durch eine zu häufige Erwähnung in unvorteilhaften Zusammenhängen nicht mit Drachen verscherzen sollte, so gerade noch die Kurve gekriegt – deswegen sei im Folgenden diese elegante Ausweichbewegung auf Monster (wir wollen erneut darauf hinweisen: in einem Drachen-Witze-Buch!) vorgelegt:

Herr Würfel geht zum Psychiater und sagt: „Ich sehe ein Monster unter meinem Bett.“ Der Psychiater sagt: „Herr Würfel, Sie müssen sich nur immer wieder sagen: ,Da ist kein Monster unter meinem Bett.'“ Nach einer Woche kommt Herr Würfel wieder und sagt: „Ich sehe immer noch ein Monster unter meinem Bett.“ Der Psychiater sagt: „Herr Würfel, kein Problem, sagen Sie sich einfach die ganze Zeit: ,Da ist kein Monster unter meinem Bett.“ Herr Würfel bedankt sich, geht nach Hause und kommt nicht wieder.

Der Psychiater macht sich Sorgen und klingelt bei Herrn Würfel. Eine fremde Frau macht ihm die Tür auf: „Sie suchen Herrn Würfel? Der lebt nicht mehr – er wurde von einem Monster umgebracht, das unter seinem Bett gelauert hat.“

Auf der Produktseite der Drachen-Witze-Büchlein lesen wir: „Altersempfehlung: ab 8 Jahren“. Nun gut, konnte man (auch wenn unsere Drachen-Sozialisation eher im vergangenen Jahrtausend, also zu einer Zeit, während derer nicht gleich jeder aufgefressen wurde, zu verorten ist) …ja somit auch uns schenken.

Allerdings lassen wir neuerdings keine fremden Frauen mehr in unser Haus und schauen vor dem Zubettgehen wieder unter dem zu Begehenden nach…

jott


Coppenrath

Bild: Mahlzeit!

MS-Günther

Drachen-Sozialisation des Autors, Hauptwerk

Bild: Sonnenmilch vergessen – macht nix!

Alle Internetverbinder abgerufen am 14.10.2025


[Zitationshilfe] : „Gruseliger Witz“ (Coppenrath, MS-Günther, Drachen, Witz), unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2025/10/14/gruseliger-witz/> : aufgerufen am 00.00.20xx.

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