von A- und B-Welten

Pass ma‘ auf den Kontakt auf

Der Redende lenkt des Zuhörenden Aufmerksamkeit gerne mit der Aufforderung „…und jetzt pass ma‘ auf!“ auf das dann sogleich danach zum Besten gegebene. So kann dies als der Versuch des Redenden verstanden werden, den (für seine Konzentrationsschwächen bekannten) Zuhörenden zumindest für einen Satz, den Anschließenden eben, zu sensibilisieren, so dass davon ausgegangen werden darf, dass die übertragene Information memorisiert – oder, besser noch, verstanden wird.

Im Freifeld beobachten wir zahlreiche Abwandlungen der von uns hier fokussierten Forderung, an die man sich aus ethischen, moralischen oder sonstigen Gründen halten sollte, wie „jetzt pass ma‘ auf!“, oder auch die von zur Effizienz neigenden Westfalen benutzte Variante „pass ma‘ auf!“. Es soll uns an dieser Stelle markant erscheinen, dass hier nicht ausschließlich ein nächster Satz exponiert werden soll, sondern, ganz im Gegenteil, der Zuhörende darin eine Massregelung erführe, die eher eine pädagogische Wirkung erzielte, dass nämlich eine erzieherische Maßnahme – genauer: eine Bestrafung dem ebendiese Empfangenden in Aussicht gestellt würde. Die Zahl der Doktorarbeiten, die sich vergeblich daran versuchten, den Unterschied zwischen der bereits erwähnten Variante „pass ma‘ auf!“ und „pass auf!“ in den Griff zu bekommen, kann hier nicht genannt werden. Wir wissen aber die Menge derjenigen Personen zu benennen, die in ihrem aktiven Satzschatz „jetzt pass ma‘ auf!“ beheimaten, diesen Imperativ mit hoher Frequenz in einen Dialog einzuflechten verstehen und deswegen in die Hölle kommen, nämlich, alle!

Was nur Wenigen bekannt ist, ist, dass die Anzahl der Höllenbewohner aus obigem Grunde, derjenigen leicht unterlegen ist, die sich aus Denen addiert, die ebenfalls in der Hölle gelandet sind, weil sie ein Gespräch mit „wir bleiben im Kontakt“ beendeten.

jott (ER gewidmet)


[Zitationshilfe] : „Pass ma‘ auf den Kontakt auf“, unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2026/03/05/pass-ma-auf-den-kontakt-auf/> : aufgerufen am 00.00.20xx.

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Das Spiel der Nationen

Als Heranwachsende haben wir (in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts, welches im Übrigen das letzte des vergangenen Jahrtausends war) dieses Spiel gespielt:

Bild: So ein Aktenkoffer hatte schon was!

Es verhieß: „Ein unmoralisches Strategiespiel aus der Welt der großen Politik“ – was wollte man als Heranwachsender mehr? Man mußte es etwas aufhübschen, da die Spielmechanik den ein oder anderen Hänger hatte, aber ansonsten…

Es wurde nach Öl gebohrt, es wurden Allianzen geschmiedet und korrumpiert, dass die Schwarte krachte. Taktik war gefragt, die Panzer rollten hin und her, es wurden Nachbarn übervorteilt oder gleich überfallen.

Später, als wir so was wie Erwachsen waren, da rümpften wir die Nase: waren wirklich wir diejenigen, die dieses Spiel gespielt hatten? Nun gut, wir waren jung und brauchten – neben „Das Spiel des Lebens“, „Monopoly“, „Das Börsenspiel“, „Risiko“, etc. – offensichtlich solcher Art Unterhaltung, die dem jungen Menschen einfühlsam eine Transformation in das Reich der Großen ermöglichte.

Heute, dieser Tage ist manchem aus dem Reich der Großen die Spielmechanik des realen Miteinanders, des Lebens auf diesem Planeten offensichtlich und ebenfalls verbesserungswürdig geworden.

jott


[Zitationshilfe] : „Das Spiel der Nationen“, unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2026/01/04/das-spiel-der-nationen/> : aufgerufen am 00.00.20xx.

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Snowball Battle

…oder: Warum uns die Erderwärmung Wumpe ist


Bild: Snowball Battle zum Sonderpreis

[Zitationshilfe] : „Snowball Battle“, unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2025/11/24/snowball-battle/> : aufgerufen am 00.00.20xx.

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Gibt es Zwerge?

Ein Bekannter des Autors dieser Zeilen, ein Eydeet, glaubt gerne. Zum Beispiel, dass Schalke dereinst Deutscher Meister würde, aber auch an Zwerge. Den ersten Glauben wollen wir im lassen, das gibt dem Tag Struktur. Der Zweite allerdings verhärtet sich bei uns mehr und mehr zu einer Gewissheit.

Bild: Der von Dunkle Materie fachgerecht erweiterte Eingang einer Zwergenhöhle erneut von Bewohnern dieser unzugänglich gemacht.
Bild: Von Links nach Rechts: Bergkristall, Smaragd, verschrumpelter Erzwurm. Fundort: Zwergenhöhleneingang.

Anmerkung: Der Bergkristall ist vermutlich durch Tauschgeschäfte mit bayrischen Möchtegern-Zwergen eingeschleppt worden. Der Smaragd ist eindeutig ein Münsterländer Grubensmaragd, ein äusserst wertvoller Edelstein, durch dessen Einwirkung aus gewöhnlichem Weißkohl Grünkohl gewonnen wird. Bei dem verschrumpelten Erzwurm mag man sich fragen, wie es um die Produktivität dieser Zwerge bestellt ist, da der sehr seltene Erzwurm unverzüglich und bei lebendigem Leib ausgewrungen werden muss (Erzensuppe), um dann durch aufwändige Reduktionsverfahren (in der sogenannten Grubenpresse) an das äußerst begehrte Metal, das Erzwinge, zu gelangen, aus dem bekanntermaßen die Flügel der nach diesem Metall benannten Erzengel gefertigt werden.

jott


[Zitationshilfe] : „Gibt es Zwerge?“ unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2025/08/20/gibt-es-zwerge/> : aufgerufen am 00.00.20xx.

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Darf der das?

Schrebergartensiedlung. Drei Kleingärten, zwei liegen gleich nebeneinander, der Dritte irgendwo und grenzt nicht an die zwei Erstgenannten.

Einer der zwei Erstgenannten vertritt die Auffassung, es wäre angemessen, den Zaun, der sein Grundstück von dem seines Nachbarn abzugrenzen versteht, einfach mal zu versetzen, so dass eben sein eigenes Grundstück größer würde und überhaupt, es handele sich da um fruchtbaren Boden, den dieser Nachbar (dessen Gesinnung seiner Auffassung nach eh eher fragwürdig ist) einfach nicht für sich beanspruchen dürfe!

Der Streit, der nicht lange auf sich warten liess, als er den Zaun ganz einfach und selbstverständlich versetzte, wollte irgendwie nicht Enden. Also wurde der dritte Kleingärtner (der sich ohnehin für Alles zuständig fühlte; schon hier und da wird „Blockwart!“ geraunt, wenn er den Raum betritt…) zurate gezogen, so dass die Angelegenheit im Sinne dessen, der den fruchtbaren Boden seinem Kleingarten zuzuschlagen trachtete, wohl erledigt würde – oder auch nicht?

Die Schrebergartensiedlung insgesamt wunderte sich, so oder so, wie es wohl sein konnte: gab es nicht Statuten der Klingartenanlage, nach denen sich alle zu benehmen hätten?

jott


„Schrebergarten“ (Kleingarten) : Wikipedia : <https://de.wikipedia.org/wiki/Kleingarten> (abgerufen 15.08.2025)


[Zitationshilfe] : „Darf der das?“ unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2025/08/15/darf-der-das> (aufgerufen 00.00.20xx).

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Wer hat Angst vor dem reichen Mann?

„Ich möchte allen Mitarbeitern und Kunden von Amazon danken, denn sie haben all das bezahlt. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen. Das wird hier sehr geschätzt“, fügte er [Jeff Bezos] in der sonderbar passiven, unpersönlichen Sprache eines Kundendienstmitarbeiters hinzu.

…schreibt Douglas Rushkoff in „Survival of the Richest“, einem Büchlein, welches nicht gerade darauf aus zu sein scheint, des Lesers gute Laune zu fördern, dennoch lesenswert ist!

Rushkoff schreibt aber auch, nur wenige Seiten später:

Oder wie mir [Rushkoff] Dennis McNally, der Musikpublizist der Grateful Dead, einmal in Erinnerung rief, als ich meinen Backstage-Pass verloren hatte: „Ganz ruhig, Mann, die wahre Show findet dort draußen im Publikum statt.“

Hey, wir sind die Show! Also, wir alle, auch die Kunden! Da muss man erst mal drauf kommen!

jott

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Survival of the Richest (Warum wir vor den Tech-Milliardären noch nicht einmal auf dem Mars sicher sind), Douglas Rushkoff, 1. Auflage, Suhrkamp, 2025. ISBN 9783518029992; <https://buchfink-buchhandlung.buchhandlung.de/shop/article/54033958/douglas_rushkoff_survival_of_the_richest.html> (abgerufen 26.05.2025)


Politik und Technik (1)

Die Frage, die sich stellt, lautet: Wollen wir eine Politik, die Betriebsanleitungen vorliest, oder eine, die sie in demokratischen Kommunikationsverfahren verfasst?


Frank Schirrmacher 3.3.2014 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, „Das Armband der Neelie Kroes“, http://www.faz.net/aktuell/frank-schirrmacher-12826199.html