Neulich, beim Aufräumen des Klangarchivs, wurde unser Gedächtnis arg auf die Probe gestellt. Aber nach Stunden des Mühens gaben wir auf und dieses mit der Erkenntnis, dass wir – ähnlich wie bei dem Weihnachtsliedchen „O Tannebaum“ – bei dem Liedchen „Ich wünsch mir ne kleine Miezekatze“ nicht über die erste Strophe hinauskamen.


Der Hund Wum, den wir auf dem roten Kissen sitzen sehen, war von Herrn von Bülow, den Wenige von uns auch als Loriot kennen, ausgedacht und gezeichnet worden. Er lieh Wum zudem seine Stimme, der die Älteren unter den jottBlog-Lesern in Wim Thoelkes Fernseh-Ratesendung „Der große Preis“ (wie auch zuvor „Drei mal Neun“) regelmäßig entgegenfieberten („Töööööööölke!“) und die wir ebenfalls auf der obigen Single hören können. Dieses Liedchen war Ende 1972 nicht nur wochenlang auf Platz 1 der deutschen Single-Charts, sondern, Herr von Bülow durfte sich, nach dem Verkauf von mehr als 500.000 Singles, eine Goldene Schalplatte als Belohnung in seinen Partykeller hängen.
Nun gut, wenden wir uns dem Text zu.
Ich wünsch mir ne kleine Miezekatze
Ich wünsch mir ne kleine Miezekatze
Für mein Wochenendhaus
Der schenk ich eine Luftmatratze
Und eine Spielzeugmaus
Ihr singt dauernd solche Liebeslieder
Vorne und hinten mit Schmalz
Ach die häng' mir immer wieder
Sooo aus'm Hals
huuuuu
Heute fand ich einen Suppenknochen
Leider mitten im Dreck
Den werd ich mir zum Mittag kochen
Oder schmeisse ihn weg
Ich habe ein paar kleine Haare
An meinem Hinterkopf
Und wenn ich die Geduld bewahre
Wird es vielleicht ein Zopf
Heute sitze ich im Staatstheater
Ganz weit vorne im Parkett
Denn da singt mein Urgroßvater
Ganz alleine ein Duett
Manchmal möchte ich in Bonn regieren
Frisch gewaschen und rasiert
Dann gehör ich zu den großen Tieren
Auch wenn's nicht funktioniert
Wir wollen allerdings bezweifeln, dass die letzte (jene allzeit effizienten Politiker schmähende) und Regime-kritische Strophe damals im Fernsehen einem schutzlosen Millionen-Publikum dargeboten wurde und somit unverantwortlicher Weise gerade auch den jüngsten Zuschauern viel zu früh Politikverdrossenheit injiziert haben würde!
jott
Wum : Wikipedia : <https://de.wikipedia.org/wiki/Wum>

Ich wünsch mir ne kleine Miezekatze : Discogs : <https://www.discogs.com/release/467938-Wums-Gesang-Ich-Wünsch-Mir-Ne-Kleine-Miezekatze-Ich-Bin-Ein-Kleiner-Hund>
- Wobei wir uns freuen, dass die Discogs-Kategorisierung nicht bei „POP“ (weswegen wir uns ja auch erlaubten den POP-Splitter zu bemühen) halt macht, sondern diese Jahrhundert-Komposition ebenfalls dem Jazz zuschreibt!
- Discogs führt auch korrekt die Ungereimtheiten zwischen Cover und Label auf: die „Miezekatze“ ist die B-Seite, während sie auf dem Cover (berechtigter Weise, wie wir finden wollen) an erster Stelle steht!
Loriot (Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow) : Wikipedia : <https://de.wikipedia.org/wiki/Loriot>
Wim Thoelke : Wikipedia : <https://de.wikipedia.org/wiki/Wim_Thoelke>
O Tannenbaum : Wikipedia : <https://de.wikipedia.org/wiki/O_Tannenbaum>
- Uns wären sicherlich weitere Nächst-Strophen-Unfälle in den Sinn gekommen, wir entschieden uns aber spontan – da Anfang September erste Lebkuchen und Domino-Steine in den Lebensmittelmärkten gesichtet werden dürfen, welche uns liebevoll an die nahende Weihnachtszeit erinnern – den jottBlog-Lesern die Möglichkeit zu geben, zumindest in dieser Saison O Tannenbaum ohne Zeitdruck, aber vollständig einüben zu können. (Und nicht ohne darauf hinzuweisen: wann hören wir dieses Jahr das erste Mal „Last Christmas“ im Lebensmittelmarkt?!? 2024? Ende Oktober! Hörungen bitte an jottBlog (at) langkau.name)
Partykeller : jottBlog, unter „Magie (5)“, dort als lexikalischer Eintrag zu finden : <https://jottblog.langkau.name/2025/07/09/magie-5/>
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Alle Internetverbinder abgerufen am 09.09.2025
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[update, 22.09.2025]
Wendelin (Flohmarktfund) :

[Zitationshilfe] : „Miezekatze“ (Wum, Loriot, Wim Thoelke), unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2025/09/09/miezekatze/> : aufgerufen am 00.00.20xx.
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