820. Ralph Rute (@ruthe.de, Bluskey), 20.04.2026
Dieser 13 Jahre alte Klassiker geht aktuell in einer KI-Bearbeitung rum. Mir tun Menschen leid, die glauben, mit sowas hätten sie eine kreative Leistung erbracht. Ansonsten isses egal. Ihr wisst, dass das hier das Original ist, ich weiß es – Rest juckt nicht.
Anmerkung: Das erlauben wir uns hier wiederzugeben. Und Herr Ruthe grollt uns sicher nicht, wenn wir eben diesen „Klassiker“ (wir schwör’n, völlig unbearbeitet und komplett unkreativ!) hier zeigen:

Blusky-Post, abgerufen am 20.04.2026 : <https://bsky.app/profile/ruthe.de/post/3mjwbefxfjk2u>
819. decoder, 20.04.2026
KI-Influencer im US-Wahlkampf: Hunderte Fake-Accounts unterstützen Trump in Social Media
KI-generierte Avatare mischen sich laut einer aktuellen Untersuchung zunehmend in den politischen Diskurs ein.
Anmerkung: Manche erinnern sich noch: als man die Auffassung vertrat, dass Social Media verbogen wird, um politisch Einfluss zu nehmen (Brexit – hm?!?), da wurde einem schnell zugerufen, dass man doch bitte nicht soviel Zeit mit der Tastatur verbrächte! Aber das ist nun alles kalter Kaffee, denn das war damals nur gescriptetes Bot-Gedöns, da sind wir nun ein Schrittchen weiter: hier und da einen Halluzinatoren mit der genehmen Gesinnung zusammen gedengelt, copy/paste, ein bisschen nachjustieren, damit’s nach unterschiedlichen Agenten aussieht, Klapps auf’n Popo und los geht’s!
818. t3n, 18.04.2026
Neue Studie bestätigt: Wer KI blind vertraut, zweifelt mehr an sich selbst
KI-Tools sind aus dem Arbeitsalltag kaum wegzudenken. Eine britische Studie legt allerdings nahe, dass die Art der Nutzung entscheidend dafür ist, wie Mitarbeiter:innen ihre eigene Kompetenz wahrnehmen.
Anmerkung: Sarah Baldeo, die im Bereich KI und Neurowissenschaften promoviert
Generative KI kann zu kognitivem Verfall oder kognitiver Evolution führen – es hängt von Ihrem (!) Interaktionsstil ab
Wir, die wir uns direkt angesprochen fühlen, senken mit einem Schuldgefühl unser Haupt: ‚Wir waren es, wir hätten ja auch anders interagieren können, dann wären wir jetzt nicht so strunzdoof!‘. Wir erlauben uns aber auch anzufügen, dass der „kognitive Verfall“ ein im Freifeldversuch in Kauf genommener Kollateralschaden ist. Die Schuld wird niemand tragen, die Kosten die Gemeinschaft und die Erträge der „kognitiven Evolution“ erlangen wenige.
817. t3n, 18.04.2026
KI-Chatbots und Sykophantie: So stark ist die Bauchpinselei bei Claude, Gemini und ChatGPT
Dass Chatbots uns gerne nach dem Mund reden, ist bekannt. In der neuen Folge t3n Tool Time prüfen wir, welche KI-Tools dabei besonders auffallen – und erklären, was das mit „dark patterns“ zu tun hat.
Anmerkung: Außer der Eigenwerbung können wir noch Eines extrahieren
Einige Studien bestätigen, dass sich Sykophantie, also Ja-Sagerei, nicht wirklich aus Chatbots herausbekommen lässt. Auch, weil Chatbots Produkte sind, die eine angenehme Nutzungserfahrung bieten sollen.
Strichen wir das einzige „auch“ im letzten Satz, dann kommen wir der Wahrheit vermutlich näher, denn die Produkte *sind* so designt, genau so. Es geht nicht um sinnvoll, wahr, richtig, gut. Nein, die angesprochene biologische Einheit soll kleben bleiben, soll Geld und (was ebenso wichtig ist) Daten abgeben.
816. decoder, 18.04.2026
Anthropic-Chef über KI-Skalierung: „Es gibt kein Ende des Regenbogens“
Anthropic-Chef Dario Amodei hält die Skalierung großer KI-Modelle für noch lange nicht ausgereizt.
Anmerkung: Herr Amodei fällt hier mit schon fast lyrischen Einwürfen auf! Der hier zitierte Aufruf ist was? Was heißt das? Worum geht’s? Verwerfungen?
Die Branche dürfe die Disruption nicht leugnen, sondern müsse den positiven Effekt aktiv so groß machen, dass er als „Werkzeug“ zur Bewältigung der Verwerfungen dient.
<https://the-decoder.de/anthropic-chef-ueber-ki-skalierung-es-gibt-kein-ende-des-regenbogens/>
-815. decoder, 18.04.2026
Anthropics „zu gefährliche“ Cybersecurity-KI Claude Mythos könnte sich als Mythos erweisen
Anthropic hält sein Cybersecurity-Modell Claude Mythos mit Verweis auf einzigartige Fähigkeiten unter Verschluss. Zwei separate Untersuchungen zeigen, dass auch kleine und offen verfügbare Modelle die gezeigten Schwachstellenanalysen weitgehend rekonstruieren.
Anmerkung: Nun, sollten wir von Anthropic erwarten wollen, dass sie das Feld vollständig den freidrehenden Marketing-Schleudern von OpenAI zu überlassen haben? Nein, ganz im Gegenteil, denn nur dann können wir von Herrn Altman (OpenAIs Oberhäuptling, April 2026), ebenso angestachelt, erneute Höchstleistung in jener Disziplin erwarten!
Wahrig Deutsches Wörterbuch, Renate Wahrig-Burfeind, 9. Auflage, wissenmedia in der inmesia ONE] GmbH, 2011. Diesem, das ja vielleicht auch als Raubkopie bei Anthropic vorliegen könnte, entnehmen wir eine leicht unterkühlte Erklärung
Mythos (m.; -, My | then) oV Mythus 1 Überlieferung eines Volkes von seinen Vorstellungen über die Entstehung der Welt, seine Gottheiten, Dämonen usw. 2 Sage von Göttern, Helden, Dämonen 3 Zur Legende gewordene Begebenheit od. Person von weltgeschichtlicher Bedeutung • seine Rede vor der Berliner Mauer ist bereits ~ geworden [<grch. mythos „Wort, Rede, Erzählung“, gelegentl. mit latinisierter Endung -us]
Nun wissend, dass auch „Mythus“ geht, finden wir im
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Hans Bächtold-Stäubli (Eduard Hoffmann-Krayer), 3. unveränderte Auflage, 1927; jetzt: Fröhlich & Kaufmann Verlag, 2021, im Band 5, unter dem Eintrag „Märchen“ auf der Seite 1098
(…) In dem heutigen Bedeutungsumfange geht das Wort M[ärchen] auf die Sammelarbeit der Brüder Grimm zurück. Daß M[ärchen], Sage und Mythus in enger Beziehung zueinander stehen, ist allgemein zugestanden. Aber die Auffassung über ihr gegenseitiges Verhältnis ist verschieden
J. Grimm war geneigt, den Mythus als die Urform auch für die beiden anderen anzusehen, so zwar, daß die Sage dem Mythus ursprunghaft näherstehe als das M[ärchen], welches als letzter Ausläufer zu betrachten sei, dadurch entstanden, daß derselbe Stoff einer kindlichen Anschauungsweise angepaßt sei. Erst nachdem diese Erzählungsformen in ihrem ethnographischen Vorkommen allgemein studiert worden sind, hat sich die Ansicht Bahn gebrochen, daß M[ärchen] und Sage sehr wohl gleichzeitig miteinander und mit dem Mythos ihren Ursprung haben können. Wundt erkannte daraufhin, daß der Mythus als der Oberbegriff anzusehen sei, also daß M[ärchen] und Sage gleichsam Spezialformen des Mythus seien (…)
Aha, quasi eine Sage also, aber immerhin (darunter macht’s Anthropic halt nicht) ein Oberbegriff haben wir es uns doch gedacht!
„Mythos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, https://www.dwds.de/wb/Mythos, abgerufen am 18.04.2026. Und hier erlauben wir uns zu extrahieren
1. mündliche oder auch schriftliche, sagenhafte Überlieferung der Vorstellungen eines Volkes aus seiner Vorzeit, besonders über die Welt, Götter und Menschen
2. meist glorifizierende und oft kultisch verbrämte Legende zur Deutung historischer Erscheinungen
Schade, dass unter 2. nix mit „Halluzination“ vorkommt. Hätte unser Spitzenreiter werden können… Herrn Altman rufen wir zu: „Mr. Altman, Sir! Next product, name it SAGA!“.
814. Emaldrien de Argutus (@emaldrien.bsky.social), 17.04.2026, 16:32
Der inflationäre Gebrauch der Worte »direkt«, »klar« und vor allem »ehrlich« neuerdings bei KIs geht mir auf die Nerven. »Ich sags dir klar und ehrlich, die ehrliche Antwort ist, direkt ausgedrückt, so ehrlich wie möglich.. blah.. fasel..« (…)
Die Antworten sind dabei genauso scheiße, wie vorher
Anmerkung: Der Wort- und Gedankengewaltige Emaldrien de Argutus gab seinem Unmut (auf Bluesky am 17.04.2026 unter dem Konto @emaldrien.bsky.social) einen angemessenen Raum. Uns bleibt nur die Vermutung, dass die Enttäuschung zu Recht geäußert wurde, da uns die vorhergehenden Fragen an den Halluzinatoren und die korrespondierenden und vollumfänglichen Antworten dessen bedauerlicher Weise nicht zur Verfügung gestellt wurden…
<https://bsky.app/profile/emaldrien.bsky.social/post/3mjp5cfqu5v2t>
813. decoder, 17.04.2026
OpenAI-Aktionäre hinterfragen angeblich OpenAI CEO Sam Altman vor dem Milliarden-Börsengang
OpenAIs Sam Altman wird vor dem Börsengang intern kritisch hinterfragt.
Anmerkung: Wir wollen (für Herrn Altman) hoffen, dass die OpenAI-Aktionäre nicht in den jottBlog eingetaucht sind, also, nicht in die Kategorie „KI-Unfall„. Alles andere wäre OK!
812. taz, 17.04.2026
KI-Schlamm im Netz : Wenn Jesus als Shrimp das Internet verstopft
Inhaltslose KI-Bilder und -Videos fluten das Internet. Kein Wunder: Der Matsch treibt die Ökonomisierungslogik der Plattformen auf die Spitze.
<https://taz.de/KI-Schlamm-im-Netz/!6171439/
811. heise, 17.04.2026
Lukrative Interna: KI-Firmen kaufen bei abgewickelten Firmen interne Daten
In den USA hat sich ein regelrechter Goldrausch rund um die Abwicklung gescheiterter Firmen entwickelt: KI-Firmen kaufen deren interne Kommunikationsdaten.
Anmerkung: Und dem schließen wir uns ganz selbstverständlich an, wenn jemand
die Datenschutzprobleme in diesem Zusammenhang für ziemlich gravierend [hält]
Auch Einen entdeckt? So kann er in die Hall of Fame aufgenommen werden: KI-Unfall!
jott
Neu und völlig unerwartet! jottBlog jetzt auch unfallfrei!!! (-:
[Zitationshilfe] : „KI-Unfall (811 bis 820)“, unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2026/04/29/ki-unfall-811-bis-820/> : aufgerufen am 00.00.20xx.
•#–#–#–#–#•