Aberglaube

Zweiter Anlauf

Der Re-Release von Rockstar Games „Red Dead Redemption“, ein (auch nach 15 Jahren) bleihaltiger POP-Splitter


Wir wollen vor aller Welt Zeugnis ablegen: der Grund, im Jahr 2006 die Spielekonsole „PlayStation 3“ des Herstellers Sony in dem heimischen Geräte-Zoo aufnehmen zu wollen, war nicht der, dass der Autor dieser Zeilen sich der Spielsucht an den Hals werfen wollte, oder dass er überhaupt spielen wollte. Nein, der Grund war ein Anderer: es ging darum, Bewegtbilder, die auf Blu-ray Discs kopiert vorlagen, abzuspielen und so dem Hobby, Filmchen zu schauen (und der höheren Auflösung wegen, diesem) weiter verfallen zu können.

Nun gut, es war jetzt dieses Abspielgerät da und es tat, wofür es angeschafft wurde. Aber was sprach dagegen, nicht doch auch mal ein Spielchen zu wagen? Ein Fahrspiel bot sich an, da – der eigenen Gaming-Legasthenie wegen – kaum mehr drin war: ein wenig lenken, Gas geben, fettich: „MotorStorm“ hatte Sony damals aufgelegt, um zu zeigen, was die verbaute Graphikkarte so alles kann. Der Pinn wurde durchgedrückt, Begeisterung füllte die Stube und alles war gut.

Bild: Stimmungsvolle Impression (MotorStorm) und eine Antwort auf die Frage, ob das Befolgen der Rechts-vor-Links Regel in der Wildnis ebenfalls sinnvoll sein könnte.

Dann kam ein 2008 Filmchen in die Kinos: Pixar animierte den kleinen Müllrobotor „WALL•E“ so liebenswert, dass der Autor dieser Zeilen schlagmals ein Fan-Boy wurde (und bis heute blieb)! So wundert es nicht, dass die, das Filmchen ebenfalls erzählende Blu-ray Disc, flott die heimische Videothek zierte; nahezu zeitgleich gab es ein Videospiel dazu und glücklicher Weise auch für die PS3 und – zack! – wurde es gespielt, wenn damals auch offensichtlich wurde, dass ein „Casual Gamer“ sich ein wenig strecken musste…

Bild: WALL•E, im Filmchen nie auf dem Holzweg.

So hätte diese Erfahrung eigentlich ausreichend sein können, um zu ahnen, dass das 2010 erschienene, äusserst erfolgreiche und in einer offenen Wild-West-Spielwelt stattfindende „Red Dead Redemption“ eine große, vielleicht zu große Herausforderung zu werden drohte.

Bild: Herr Marston zeigt der Lokomotive nur, wo’s langgeht.

Letztlich: es war eine große Herausforderung und es wurde nicht – wie man im Gamer-Jargon zu sagen pflegt – „durchgezockt“; waren wir nicht mit dem notwendigen Biss ausgestattet oder einfach schlicht überfordert? Was aber auf der Habenseite zu vermerken war: es wurde damals das Western-Genre erneut unter die Lupe genommen und wir wunderten uns, wie viele andere Gamer auch, wie gut das Spiel dieses Sujet umzusetzen in der Lage war…

Nun, am 2.12.2025, einem verträumten Dienstag in einem von vielen gezählten Dezembern, und 15 Jahre nach der ersten Veröffentlichung des Videospiels, hat der Hersteller Rockstar Games eine Anpassung für die PlayStation 5 (die nicht mehr dem Abspielen von Blaustrahl-Scheiben dient) herausgebracht und wir wollen es noch einmal als Herr Marston wagen, Kräuter zu sammeln und Poker zu spielen (-; …

jott


Red Dead Redemption

PlayStation 3 (PS3)

Casual Game : Wikipedia : <https://de.wikipedia.org/wiki/Casual_Game>

MotorStorm : Wikipedia : <https://de.wikipedia.org/wiki/MotorStorm>

WALL•E


Alle Internetzverbinder angerufen am 02.12.2025


[Zitationshilfe] : „Zweiter Anlauf“ (Der Re-Release von Rockstar Games „Red Dead Redemption“, ein, auch nach 15 Jahren, bleihaltiger POP-Splitter) unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2025/12//03/zweiter-anlauf/> : aufgerufen am 00.00.20xx.

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Ein heiliges Wunderkleeblatt?

O wie glücklich ist der, der ein vierblätteriges Kleeblatt findet, aber NB. NB. er muß es zufälligerweise finden. Er muß im geringsten nicht danach ausgegangen sein, es zu suchen.

Ein solches Kleeblatt ist ein wahres Heiligtum. Hexen, Zauberer, Gespenster, Irrlichter, Werwölfe, ja, der Gott sei bei uns, können dem Glückskinde, das einen solchen Schatz besitzt, nichts anhaben. Ja, der glückliche Besitzer eines solchen Kleeblattes kann alle geheimen Künste eines Taschenspielers durchschauen und enträtseln. Dies Kleeblatt legt und verwahrt man am liebsten in der Bibel, und hält man auch diese nicht wert, so ist einem doch das Wunderkleeblatt heilig und teuer.

Dieses Darstellung eines Heiligtums dürfen wir unter der Abteilung 2

Einige abergläubische Meinungen, wie man sie wohl auch in der Gegend von Dortmund beachtete

welche Zahlreiche abergläubische Meinungen zum Besten gibt und die wir in „Sagen, Märchen, Legenden und Aberglaube zwischen Ruhr und Lippe“, neben anderen Edelsteinen aus dem Reich der Wunder, traut vereint vorfinden.

Nun wissen wir – auch die Nicht-Dortmunder – Erstens, warum das mit unseren Kleeblättern nie so richtig funktioniert hat, weil alle, derer wir habhaft wurden, durch eine erfolgreiche Suche zu uns kamen!

Zweitens erfahren wir, dass abergläubischen Dortmundern ein ungesuchtes, aber im Besitz befindliches Wunderkleeblatt, jenes Heiligtum, mehr wert sein konnte (oder kann?!?), als die Bibel.

Damals soll man sich im Nachbarort Bochum, der damaligen Wunderkleeblatt-Metropole zwischen Ruhr und Lippe, sehr über dieses Gebaren gewundert haben, denn galt doch dort das Wunderkleeblatt als Grundingredienz eines jeden Salates! Es geht die (leider im Büchlein nicht dokumentierte) Legende um, dass sich die Bochumer bei jeder Wunderkleeblatt-Salat-Mahlzeit für die Zukunft das beste Bier der Welt wünschten – welches sie ja dann letztlich auch bekommen sollten!

jott


„NB“ : nota bene – „merke wohl“ : <https://de.wikipedia.org/wiki/Notabenehttps://de.wikipedia.org/wiki/Notabene> (abgerufen 20.08.2025)

Sagen, Märchen, Legenden und Aberglaube zwischen Ruhr und Lippe, gesammelt von Helge Dettmer; Phönix Werbung und Verlag, 1986. ISBN 3-8124-0054-5


[Zitationshilfe] : „Ein heiliges Wunderkleeblatt“ unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2025/08/20/ein-heiliges-wunderkleeblatt/> (aufgerufen am 00.00.20xx)

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Swalklöeker

Die Swalklöeker

In dem Kalksteingebirge Westfalens gibt es viele swalklöeker. Zwischen Siddinghausen [1] und Weine [2] bei Büren ist ein solches Schwalchloch [3] auf einer Wiese; es soll dadurch entstanden sein, daß eine ungetaufte Gloeke von dem Turme zu Sigginghausen in den Erdboden geschlagen ist.

Dieses dürfen wir dem Buch „Sagen, Märchen, Legenden und Aberglaube aus Ostwestfalen-Lippe“ [4] auf Seite 179 entnehmen.

Bild: Zu Fuß von Weine nach Siddinghausen. (Quelle OpenStreetMap, 2025)


Jetzt mag man sich fragen, warum ich die Sage „Die Swalklöeker“ so besonders lieb habe. Also, das kam so:

Dereinst tat ich kund, dass Aberglaube dieser Tage stärker verbreitet sei, als man so im Stillen vor sich hin dächte. Und ich fügte – da ich der Überzeugung war, damit besser überzeugen zu können – als Beispiel an, dass ja auch gerade unter ostwestfälischen Schalker Fußball-Fans, ein als Gewissheit getarnter Aberglaube, nämlich, dass der S04 [5] so oder so demnächst wieder Deutscher Meister würde, sehr weit verbreitet wäre.

Ich tat dies zwei Ostwestfalen kund, von denen einer der Beiden, ein Eydeet [6], eben Fan des genannten Fussballvereins ist. (Nein! Ich schreibe besser: ein Sklave, dessen Gene zu 38% mit denen des S04-Stadionrasens übereinstimmen.)

Bild: Herr Professor Dr. Abdul Nachtigaller, ein Eydeet. ([6])

Der andere Kundeempfänger, ebenfalls Ostwestfale, schickte mir einen Grobi-Verbinder [7] zu, der auf ein Buch in einem elektronischen Laden [8] zeigte (Ja, es ist tatsächlich so, dass es bereits seit zwei, drei Jahren auch in Ostwestfalen das Grobi gibt!). Dieses angebotene Buch wurde dankenswerter Weise mit dessen Inhaltsverzeichnis beworben und demnach befände sich wohl auf der Seite 179 die Sage (das Märchen, die Legende oder auch der Aberglaube) „Die Swalklöeker“ großzügig nieder geschrieben. Und ich dachte: „Ok, das könnte doch mit Schalkern zu tun haben!“. Und so angeregt, bestellte ich das Buch, welches dann allerdings nicht, wie von mir erhofft, mit einem Vierspänner (wie diese doch häufig in den großen Wäldern Ostwestfalens anzutreffen sind) vor mein Haus gebracht und von dessen Kutscher ausgehändigt wurde. Das ist nun die Geschichte.

Jetzt wissen wir also: „Swalklöeker“ hat nix mit Schalkern zu tun. Wir wissen ebenfalls, dass die Orte Weine und Siddinghausen in der Nähe von Büren zu finden sind und auch, dass den ostwestfälischen Ingenieuren, vor allem, wenn man sich ich der Nähe von aufgehängten, doch leider ungetauften Glocken befindet, nicht vorbehaltlos Vertrauen geschenkt werden sollte. Wir wissen aber auch, dass die Wälder in Ostwestfalen groß sind und dass Steine dort eher die Konsistenz von Wattebäuschchen haben.

Was wir nicht wissen, ist, ob die Ostwestfalen keine Vierspänner mehr haben, aber auch nicht, ob S04 jemals Deutscher Meister werden wird. Also, ich glaube nicht. Nicht in diesem Universum. Ich hörte, in Einem, dem unserigen benachbart, soll so etwas möglich sein.

jott


[1] : Siddinghausen (Büren) : Wiki <https://de.wikipedia.org/wiki/Siddinghausen_(Büren)>; OSM <https://osmand.net/map?pin=51.520801,8.530278#14/51.5208/8.5303>

[2] : Weine (Büren) : Wiki <https://de.wikipedia.org/wiki/Weine_(Büren)>; OSM <https://osmand.net/map?pin=51.541701,8.524715#16/51.5417/8.5247>

[3] : „schwalch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/schwalchü>, abgerufen am 29.01.2025.

[4] : Sagen, Märchen, Legenden und Aberglaube aus Ostwestfalen-Lippe; gesammelt von Helge Dettmer; Phönix Werbung und Verlag, 1988; ISBN 3-8124-0065-0



[5] : „S04“ : Was viele nicht wissen, ist, es heißt ganz ausgeschrieben „FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V.“. Im Wesentlichen tritt man in diesem eingetragenen Verein gegen Fussbälle, deswegen steht das „F“ im „FC“ auch für Fussball, glaube ich. Man sagt, dieses gegen den Ball Treten der Schalker soll an ein Spiel, dem Fussballspiel, erinnern. Dass es sich bei diesem Verein offensichtlich um einen recht Jungen, und nach Tradition Ausschau haltenden, handeln muss, erkennt man an dem Jahr seiner Gründung: 1904 – was sich im Vereinsnamen mit „04“ zu erkennen gibt. Ein Traditionsverein, wie der VfL Bochum 1848, hatte da bereits seit 56 Jahren das Fussballspiel für sich ausformuliert und verfeinert und gibt bereits im Namen, durch die Nennung des Jahrhunderts, die Liebe zum präzisen Detail zu erkennen, die auf Schalke oft vermisst wird. Aber der Ostwestfale ist gelehrig, wie wir an dem nachfolgend zitierten Buch [5.2] erkennen können und scheut sich nicht, das Kind beim Namen zu nennen! Wie auch immer, „S04“, die offizielle Heimatseite <https://schalke04.de/>

[5.2] : Als der Fußball noch in den Kinderschuhen steckte. Fußball in OWL 1918-1945 :

Bild: Schon den jüngsten Ostwestfalen wird beigebracht, die erlegte Beute mit dem rechten Fuß zu sichern.
<https://www.ostwestfaelisch.de/produkt/als-der-fussball-noch-in-den-kinderschuhen-steckte-fussball-in-owl-1918-1945/#prettyPhoto>, letzter Aufruf 30.01.2025;

[6] : Eydeet : <https://zamonien.fandom.com/de/wiki/Prof._Dr._Abdul_Nachtigaller>

[7] : Grobi-Verbinder : der „Verbinder“ auch bekannt unter „Link“. „Grobi“ ist das „GROsse Böse Internetz“. Manche sagen zum „Internetz“ auch auf englisch „Internet“, aber eigentlich weiß keiner genau was das ist und auch nicht, was da eigentlich verbunden wird.

[8] : Der OWL-Shop : <https://www.ostwestfaelisch.de>


Zitationshilfe :: „Swalklöeker“, unter jottBlog : <https://jottblog.langkau.name/2025/02/12/swalkloeeker/>, abgerufen am 00.00.20xx